Der aufstrebende junge Programmierer Justin Horn war enttäuscht davon, wie das Studium ihn auf die Arbeitswelt vorbereitete, ein Coding Bootcamp erwies sich dagegen als eine völlig andere Erfahrung.
Das Wichtigste in Kürze
- Ein Informatik-Studium passte nicht zu seinen Zielen: Justins Studieninhalte waren stark auf Theorie und Mathe ausgelegt, aber zu wenig auf die praktische Programmierarbeit, die er eigentlich wollte.
- Auch das Selbststudium allein hatte eine Grenze: Vor dem Bootcamp versuchte er, eigene Produkte selbstständig zu bauen und zu verkaufen, aber ohne Feedback zu arbeiten fühlte sich an wie Arbeiten im Dunkeln.
- Die Bootcamp-Mentalität passte besser zu ihm als die akademische: Er beschreibt die Bootcamp-Kultur als näher an echter Arbeit in der Praxis, wo Ergebnisse mehr zählen als Noten.
Justin Horn kam meist mühelos durch die meisten Studieninhalte, aber an einem späten Frühlingsnachmittag 2019 hatte eine unbeantwortete Frage sein Gehirn gekapert und jeden Gedankengang zum Stillstand gebracht.

Inhaltsverzeichnis
Eine Frage, die sein Gehirn mitten im Semester kaperte
Als aufstrebender junger Programmierer und Unternehmer hatte er sich weniger als ein halbes Jahr zuvor für den Bachelor in Informatik an der TU Braunschweig eingeschrieben, aber jetzt ließ seine Motivation nach. Er stand von seinem Computer auf, ging etwas essen, und auf der Straße hörte er im Kopf immer wieder dieselbe Frage:
„Warum machst du das eigentlich noch? Du hasst das!“
Es war natürlich nicht das Programmieren selbst, das ihm missfiel. Er hatte schon vier Jahre vor seinem Studium angefangen, kleine Tech-Projekte an seinem PC zu entwerfen und umzusetzen.
Als gute Noten aufhörten, sich bedeutsam anzufühlen
Das Problem war vielmehr, dass sein Studienplan spürbar nicht zu seinen Ambitionen passte. „Was ich gelernt habe, hat mir nicht dabei geholfen, Developer zu werden“, sagt er rückblickend. „Es gab viel Mathe, viel Theorie, viel Wissenschaft, aber nicht genug echte, praktische Programmierarbeit. Ich hatte gute Noten, klar, aber die fühlten sich für mich einfach nicht bedeutsam an.“
Als jemand, der davon träumte, eigene Projekte zu erschaffen und ein Startup zu gründen, war er mit dem Uni-Umfeld genauso unzufrieden. „Ich bin ein sehr wettbewerbsorientierter Typ. Ich habe hohe Erwartungen an mich selbst und will Dinge richtig machen. Aber an der Uni denkt man nicht in Idealen, man denkt in Prüfungen. Ich hatte ständig das Gefühl, es ginge nur darum, den Mindestaufwand zu bringen, um eine Prüfung zu bestehen, nicht darum, wirklich etwas zu lernen.“
Als Indie-Hacker unterwegs, und allein an eine Wand gestoßen
Justin wollte sich nicht einfach durchmogeln, brach das Studium ab und versuchte sich als Indie-Hacker, merkte aber schnell, dass Programmieren allein bedeutete, es auf dem schweren Weg zu tun. Er versuchte, eigene Produkte zu bauen und zu verkaufen, hatte aber nur begrenzten Erfolg. „Ich habe gearbeitet, ja. Aber ohne Feedback zu bekommen, war es wie Arbeiten im Dunkeln.“
Ein Bootcamp statt Rückkehr an die Uni gewählt
Erst dann machte er den nächsten Schritt in seiner Karriere: seine Ausbildung abschließen, aber ohne an die Uni zurückzukehren. Justin Horn würde einem Coding Bootcamp beitreten.
„Ich wollte etwas, das mir praktische Skills beibringt, und ich wollte von Anfang an mit einer professionellen Ausrichtung lernen. Am Ende habe ich mich für den KI-Softwareentwicklung Kurs der WBS CODING SCHOOL entschieden, den heutigen Nachfolger des Full-Time Web & App Developer Courses, wegen seines hybriden Ansatzes. Ich hatte mich schon entschieden, von zu Hause aus arbeiten zu wollen, und so lief auch der Großteil des Kurses ab. Aber ich hatte auch die Vorteile, in den letzten 3 Wochen vor Ort zu arbeiten, Kontakte zu knüpfen, mich mit der Gruppe zu verbinden und persönlich im Team zu arbeiten.“
Bootcamp vs. Studium: sein Fazit
Es gibt natürlich eine anhaltende Debatte darüber, wie sich Informatikstudiengänge im Vergleich zu Coding Bootcamps schlagen. Justin, der beides ausprobiert hat, ist sich eindeutig darüber, was für ihn besser funktioniert hat.
„Im Bootcamp herrscht einfach eine andere Denkweise, eine, die viel näher an dem ist, was ich mir vom Leben wünsche. Es ist ein Umfeld, in dem Noten keine Rolle spielen und man nur das rausbekommt, was man reinsteckt. Dadurch sind die Leute hier viel motivierter. Und es ist definitiv näher an echter Arbeit in der realen Welt. Zum Beispiel würde die akademische Denkweise es missbilligen, nützlichen Code zu kopieren (das würde als ‚Schummeln‘ gelten), aber im Bootcamp ist das einfach eine weitere Fähigkeit, die einem beigebracht wird.“
Sein eigentlicher Rat: Es geht um die Fähigkeit, nicht um das Papier
Trotz alledem geht es in Justins abschließender Botschaft an Menschen, die programmieren lernen wollen, nicht um Bildungseinrichtungen, sondern um den persönlichen Antrieb. „Programmieren ist eine Fähigkeit, und eine Fähigkeit erwirbt man nur, indem man daran arbeitet. Am Ende liegt es immer an dir selbst, wie weit du gehen willst und was du lernen willst. Vergiss einfach nicht, worauf es wirklich ankommt, die Fähigkeit zu haben, nicht ein Blatt Papier, das behauptet, du hättest sie.“
Justin Horn hat den KI-Softwareentwicklung Kurs der WBS CODING SCHOOL am 9. Oktober 2020 abgeschlossen. Er arbeitet aktuell als Development Intern bei Epap GmbH.
Ist ein Coding Bootcamp besser als ein Informatik-Studium?
Ob ein Coding Bootcamp besser ist als ein Informatik-Studium, hängt vom Ziel ab: Ein Studium vermittelt über mehrere Jahre mehr Theorie, Mathe und Informatik-Grundlagen, während ein Bootcamp praktische, jobfertige Programmierkenntnisse in wenigen Monaten vermittelt, mit professioneller Ausrichtung von Anfang an. Für alle, die eigene Projekte bauen und schnell arbeiten wollen, kann das ergebnisorientierte, feedbackgetriebene Bootcamp-Umfeld besser passen als ein notenorientiertes akademisches Umfeld, wobei dabei die tiefere theoretische Grundlage eines vollständigen Studiums wegfällt.
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