Das Wichtigste auf einen Blick
- Eine Weiterbildung als Arbeitslose:r ist möglich und wird vom Staat aktiv gefördert. Mit einem Bildungsgutschein übernimmt die Agentur für Arbeit bis zu 100 % der Kurskosten.
- Während einer geförderten Weiterbildung läuft dein Arbeitslosengeld I oder Bürgergeld weiter. Zusätzlich kannst du 150 Euro Weiterbildungsgeld pro Monat erhalten.
- Die Zeit der Arbeitslosigkeit ist die beste Möglichkeit, in eine zukunftssichere Branche einzusteigen – besonders in KI, Daten und Softwareentwicklung, wo der Fachkräftemangel am größten ist.
Inhaltsverzeichnis

Kann man als Arbeitslose:r eine Weiterbildung machen?
Ja – und nicht nur das: Eine Weiterbildung als Arbeitslose:r ist vom Gesetzgeber ausdrücklich vorgesehen und wird finanziell aktiv unterstützt. Die Agentur für Arbeit hat das Ziel, dich so schnell wie möglich wieder in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Wenn eine Weiterbildung deine Chancen auf eine neue Stelle erhöht, liegt die Förderung im direkten Interesse der Behörde.
Das zentrale Instrument ist der Bildungsgutschein. Er wird von deinem Arbeitsvermittler oder deiner Arbeitsvermittlerin ausgestellt und deckt bis zu 100 % der Kurskosten bei einem AZAV-zertifizierten Bildungsträger. Du zahlst nichts im Voraus. Die Agentur für Arbeit oder das Jobcenter überweist den Betrag direkt an den Anbieter.
Wichtig: Es gibt keinen automatischen Anspruch auf den Bildungsgutschein. Dein Berater oder deine Beraterin entscheidet im Einzelfall, ob die Weiterbildung deine Aussichten verbessert. Eine gut vorbereitete Begründung macht den entscheidenden Unterschied.
Wie wirkt sich eine Weiterbildung auf das Arbeitslosengeld aus?
Eine geförderte Weiterbildung wirkt sich positiv auf das Arbeitslosengeld aus: Es läuft in der Regel in gleicher Höhe weiter. Du verlierst durch die Teilnahme an einer geförderten Maßnahme keine Leistungen.
Konkret gilt folgendes:
- Arbeitslosengeld I (ALG I): Wer Anspruch auf ALG I hat, behält diesen während einer geförderten Weiterbildung vollständig. Die Auszahlungshöhe bleibt identisch mit dem Betrag vor Kursbeginn.
- Bürgergeld (ehemals ALG II): Auch Beziehende von Bürgergeld können geförderte Weiterbildungen absolvieren. Das Bürgergeld wird während der Maßnahme weitergezahlt.
- Weiterbildungsgeld: Seit dem 1. Juli 2023 erhältst du bei einer geförderten Weiterbildung zusätzlich 150 Euro pro Monat als Weiterbildungsgeld. Dieser Bonus ist steuerfrei und wird weder auf das ALG I noch auf das Bürgergeld angerechnet.
Eine Weiterbildung kann unter bestimmten Voraussetzungen auch den Anspruch auf Arbeitslosengeld verlängern. Wer kurz vor dem Auslaufen seines ALG-I-Anspruchs steht, kann durch eine geförderte Maßnahme neue Anwartschaftszeiten erwerben. Lass dich dazu von deiner Agentur für Arbeit individuell beraten.
Wird eine Weiterbildung vom Arbeitsamt bezahlt?
Ja – eine Weiterbildung wird vom Arbeitsamt bezahlt, wenn die Voraussetzungen für den Bildungsgutschein erfüllt sind und der Kurs bei einem AZAV-zertifizierten Anbieter stattfindet. Die Agentur für Arbeit oder das Jobcenter übernimmt in diesem Fall die vollständigen Lehrgangskosten. In manchen Fällen werden zusätzlich Fahrtkosten, Kinderbetreuungskosten und eine auswärtige Unterbringung finanziert.
Der Begriff „Arbeitsamt“ ist veraltet. Die zuständige Behörde ist die Agentur für Arbeit für Beziehende von ALG I sowie das Jobcenter für Beziehende von Bürgergeld. Beide können den Bildungsgutschein ausstellen.
Was kostet mich die Weiterbildung selbst?
Nichts, wenn du einen Bildungsgutschein erhältst. Der Bildungsträger rechnet direkt mit der Agentur für Arbeit oder dem Jobcenter ab. Du musst keine Vorauslage leisten und es gibt nichts zurückzuzahlen. Bei Online-Kursen entfallen auch Fahrtkosten komplett.
Wer hat Anspruch auf geförderte Weiterbildung als Arbeitslose:r?
Geförderte Weiterbildung als Arbeitslose:r ist zugänglich für folgende Personengruppen.
- Arbeitslose, die ALG I oder Bürgergeld beziehen.
- Arbeitssuchende, die noch beschäftigt sind, aber von Arbeitslosigkeit bedroht sind – zum Beispiel weil der Arbeitsvertrag bald ausläuft oder eine betriebsbedingte Kündigung droht.
- Berufswiedereinsteiger:innen nach einer längeren Pause, etwa nach Elternzeit oder krankheitsbedingter Auszeit.
- Personen ohne abgeschlossene Berufsausbildung, die erstmals eine Qualifikation erwerben wollen.
Es gibt keinen Rechtsanspruch auf den Bildungsgutschein. Die Entscheidung trifft immer der zuständige Arbeitsvermittler oder die zuständige Arbeitsvermittlerin auf Basis deiner persönlichen Situation und dem Nutzen der Weiterbildung für deine Wiedereingliederung.
Wie beantragst du eine geförderte Weiterbildung?
Den Bildungsgutschein zu beantragen, erfordert Vorbereitung. Diese vier Schritte führen zum Ziel.
- Bei der Agentur für Arbeit oder dem Jobcenter registrieren und einen Beratungstermin vereinbaren. Wer sich noch nicht als arbeitssuchend gemeldet hat, sollte das spätestens drei Monate vor dem geplanten Kursbeginn tun.
- Im Gespräch den Weiterbildungsplan vorstellen. Bereite dich konkret vor: Welches Berufsziel strebst du an? Warum erhöht diese Weiterbildung deine Chancen auf dem Arbeitsmarkt? Je klarer und glaubwürdiger dein Plan, desto einfacher fällt die Entscheidung deiner Beraterin oder deines Beraters.
- Einen AZAV-zertifizierten Kurs auswählen. Nur Kurse bei AZAV-zertifizierten Anbietern können über den Bildungsgutschein finanziert werden. Frage beim Anbieter direkt nach, ob das Programm bildungsgutscheinfähig ist, und lass dir das schriftlich bestätigen.
- Den Bildungsgutschein erhalten und beim Bildungsträger einreichen. Nach der Bewilligung stellst du deinen Gutschein dem Kursanbieter zur Verfügung. Die Abrechnung läuft direkt zwischen Anbieter und Behörde.
Was soll ich im Gespräch sagen?
Bereite drei Dinge vor: erstens ein klares Berufsziel mit einem konkreten Jobtitel; zweitens eine kurze Begründung, warum genau diese Weiterbildung dieses Ziel ermöglicht; drittens den Namen des Kurses und den Hinweis auf die AZAV-Zertifizierung des Anbieters. Arbeitsvermittler:innen sind keine Kursexpert:innen – du hilfst ihnen, wenn du das Gespräch klar und nachvollziehbar führst.
Einen ausführlichen Leitfaden mit konkreten Formulierungen für das Beratungsgespräch findest du im Bildungsgutschein-Leitfaden der WBS CODING SCHOOL.
Welche Weiterbildung lohnt sich als Arbeitslose:r besonders?
Welche Weiterbildung sich lohnt, hängt von deinem Ziel ab – aber es gibt klare Felder, die 2026 die besten Chancen auf dem deutschen Arbeitsmarkt bieten. Entscheidend ist nicht nur, was du lernen willst, sondern welche Qualifikationen Arbeitgeber aktiv suchen.
KI, Daten und Softwareentwicklung zählen zu den Bereichen mit dem größten strukturellen Fachkräftemangel in Deutschland. Über 100.000 IT-Stellen bleiben unbesetzt. Wer in eines dieser Felder einsteigt, findet in der Regel schneller eine neue Stelle und auf einem deutlich höheren Gehaltsniveau als in den meisten anderen Weiterbildungsbereichen.
- KI für den Beruf ist die richtige Wahl, wenn du KI-Tools professionell nutzen und Arbeitsabläufe automatisieren willst, ohne in die Programmierung einzusteigen. Kurse dauern 6 bis 12 Wochen und sind besonders für Büroangestellte, Fachkräfte im Mittelmanagement und Marketingprofis geeignet.
- Data Analytics ist ideal, wenn du analytisch denkst, gerne mit Zahlen arbeitest und in Bereichen wie Marketing, Controlling, Logistik oder E-Commerce tätig warst. In 13 Wochen lernst du SQL, Python und Tableau auf Einstiegsniveau und bist mit einem Portfolio aus echten Projekten bereit für den Arbeitsmarkt.
- Softwareentwicklung und KI ist der technisch anspruchsvollste Weg, führt aber auch zu den höchsten Gehältern. Junior-Einstiegsgehälter liegen zwischen 44.000 und 57.000 Euro brutto. Programme dauern 17 Wochen bis ein Jahr.
Ein realistischer Selbsttest: Welchen Jobtitel möchtest du in zwölf Monaten tragen? Suche drei aktive Stellenausschreibungen für diese Rolle. Welche Skills werden vorausgesetzt? Das gibt dir eine direkte Antwort darauf, welcher Kurs sich für dich lohnt.
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Wie viel Arbeitslosengeld bekommt man bei einer Weiterbildung?
Während einer geförderten Weiterbildung bekommst du genauso viel Arbeitslosengeld wie zuvor – der Betrag verändert sich nicht. Hinzu kommen seit Juli 2023 monatlich 150 Euro Weiterbildungsgeld, die zusätzlich und steuer- und anrechnungsfrei ausgezahlt werden.
Das bedeutet konkret:
- Dein ALG I oder Bürgergeld läuft in gleicher Höhe weiter.
- Du erhältst 150 Euro Weiterbildungsgeld pro Monat obendrauf.
- Die Kurskosten übernimmt die Agentur für Arbeit vollständig.
- Bei Erkrankung während der Weiterbildung wird das Arbeitslosengeld bis zu sechs Wochen weitergezahlt.
Ein Beispiel: Wer monatlich 1.200 Euro ALG I erhält, bekommt während einer geförderten Weiterbildung 1.350 Euro – also 12,5 Prozent mehr. Die Investition ist für dich finanziell nicht nur kostenneutral, sondern leicht positiv.
Kann eine Weiterbildung das Arbeitslosengeld verlängern?
In bestimmten Fällen kann eine Weiterbildung das Arbeitslosengeld verlängern oder einen neuen ALG-I-Anspruch begründen. Das ist möglich, wenn du während der Weiterbildungsmaßnahme neue Anwartschaftszeiten erwirbst oder wenn die Maßnahme selbst über den ursprünglichen Anspruchszeitraum hinausgeht.
Dieser Aspekt ist individuell und abhängig von deiner konkreten Beschäftigungshistorie. Wenn dein ALG-I-Anspruch in absehbarer Zeit ausläuft, ist es wichtig, diesen Punkt direkt mit deiner Arbeitsvermittlerin oder deinem Arbeitsvermittler zu besprechen. Die Agentur für Arbeit kann dir eine verbindliche Auskunft darüber geben, wie sich eine spezifische Maßnahme auf deinen Anspruch auswirken würde.
Weiterbildung als Arbeitslose:r mit der WBS CODING SCHOOL
Die WBS CODING SCHOOL ist AZAV-zertifiziert und bietet mehrere Vollzeit- und Teilzeitkurse an, die über den Bildungsgutschein vollständig förderbar sind. Alle Kurse laufen vollständig online und auf Deutsch.
Für alle, die KI in ihren Beruf integrieren wollen
Der KI Kompakt Kurs ist ein 8-wöchiges Teilzeitformat (Montag bis Freitag, 9 bis 12 Uhr), das KI-Grundlagen, Prompt Engineering, Custom GPTs und KI-Strategieberatung vermittelt. Besonderheit: wöchentlicher Einstieg möglich – kein fester Starttermin.
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Die WBS CODING SCHOOL bietet drei technische Vollzeit-Bootcamps: den Data Analytics Kurs (13 Wochen), den Data Science Kurs (17 Wochen) und den KI-Softwareentwicklung Kurs (17 Wochen). Alle drei enden mit einem Portfolio aus Projekten und anerkannten Zertifikaten.
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Der AI Agents & Automations Kurs ist ein 12-wöchiger Vollzeitkurs für technisch affine Menschen, die KI-Agenten und Automatisierungsworkflows bauen wollen. Schwerpunkte sind n8n, Python-Grundlagen und Agentic-Workflows.
Einen Überblick über alle Förderungsmöglichkeiten bietet die Finanzierungsseite der WBS CODING SCHOOL. Den vollständigen Ablauf der Bildungsgutscheinbeantragung erklärt der Bildungsgutschein-Leitfaden.









