Vielleicht sitzt du gerade in einem Job, der sich wie eine Sackgasse anfühlt, und fragst dich, ob mit Mitte 30 oder Anfang 40 ein Wechsel in die IT überhaupt noch realistisch ist. Die kurze Antwort: ja. Der deutsche IT-Arbeitsmarkt sucht händeringend Leute, und die kommen immer seltener über das klassische Informatikstudium, sondern quer. Wie das konkret aussieht, welche Berufe sich eignen und wie du den Einstieg gefördert bekommst, gehen wir hier Schritt für Schritt durch.
Das Wichtigste auf einen Blick
- In Deutschland sind aktuell rund 109.000 IT-Stellen unbesetzt, und etwa ein Viertel davon wird mit Quereinsteiger:innen besetzt (Bitkom, 2025).
- Für viele IT-Rollen brauchst du kein Informatikstudium. Es zählen nachweisbare Kenntnisse, eigene Projekte und die Bereitschaft, dranzubleiben.
- Ein geförderter Quereinstieg ist möglich: Der Bildungsgutschein der Bundesagentur für Arbeit übernimmt bei AZAV-zertifizierten Anbietern bis zu 100 % der Kurskosten.
Inhaltsverzeichnis
Warum ist ein IT-Quereinstieg realistisch in 2026?
Ein Quereinstieg in die IT ist realistisch, weil der Arbeitsmarkt schlicht zu wenig Fachkräfte hat. Laut der Bitkom-Studie vom August 2025 sind in Deutschland rund 109.000 IT-Stellen unbesetzt. 85 Prozent der Unternehmen spüren den Fachkräftemangel deutlich, und 79 Prozent rechnen damit, dass er in den nächsten Jahren noch größer wird.
Für dich als Quereinsteiger:in ist das eine gute Nachricht. Unternehmen können es sich nicht mehr leisten, nur auf klassisch ausgebildete IT-Kräfte zu warten. Zuletzt gingen rund 25 Prozent der besetzten IT-Stellen an Menschen ohne formale IT-Ausbildung, und 22 Prozent der Unternehmen haben eigene Programme für den Quereinstieg aufgelegt.
Am Ende zählt weniger, welchen Ausbildungsweg du hinter dir hast, als das, was du kannst und wie überzeugend du es zeigst. Der IT-Arbeitsmarkt bewertet Können, nicht Zertifikate an sich.
Welche IT-Berufe sind für Quereinsteiger:innen geeignet?
Besonders gut geeignet sind Rollen, die auf analytisches Denken und Kommunikation setzen, etwa Data Analytics, UX-Design oder IT-Projektmanagement. Die Bandbreite ist groß, von stark coding-lastigen Positionen bis zu Rollen, in denen Struktur, Kreativität und Austausch im Vordergrund stehen. Nicht jede Rolle eignet sich gleich gut für den Einstieg ohne Vorerfahrung, und der beste Startpunkt hängt davon ab, was du schon mitbringst.
Berufe mit Coding-Anteil
- Webentwickler:in (Frontend / Fullstack): HTML, CSS, JavaScript, React. Einer der zugänglichsten Einstiegspunkte, und dein Portfolio spricht am Ende für sich.
- Data Analyst:in / Data Scientist:in: SQL, Python, Datenvisualisierung. Oft attraktiv für Menschen mit Zahlenaffinität aus Controlling, Wirtschaft oder Naturwissenschaften.
- KI-Entwickler:in / AI Engineer: ein stark wachsendes Feld mit Python, Machine Learning und Prompt Engineering. Seit dem KI-Boom ab 2023 besonders gefragt, Tendenz weiter steigend.
Berufe ohne oder mit wenig Coding
- UX/UI-Designer:in: Figma, Nutzerforschung, Prototyping. Ideal, wenn du aus Gestaltung, Psychologie oder Kommunikation kommst.
- IT-Projektmanager:in: agile Methoden wie Scrum und Kanban, Stakeholder-Kommunikation, Budgetplanung. Passt gut zu Erfahrung aus Projektarbeit, Führung oder Beratung.
- IT-Support / Systemadministration: technisches Grundverständnis, Helpdesk, Netzwerke. Oft der erste Schritt in die IT und ein guter Ausgangspunkt für spätere Spezialisierung.
Welche Vorqualifikation hilft wo?
Dein bisheriger Beruf ist selten Ballast, sondern oft ein Vorsprung. Wer aus dem Gesundheitswesen kommt, bringt Kontextwissen für Health-IT mit. Wer aus dem Handel kommt, versteht E-Commerce von innen. Und wer im Marketing war, hat einen Vorsprung in datengetriebenen Rollen oder im UX-Bereich. IT-Kenntnisse lassen sich lernen, Branchenwissen ist deutlich schwerer nachzuholen.

Was verdient man als IT-Quereinsteiger:in in Deutschland?
Das Einstiegsgehalt als IT-Quereinsteiger:in liegt laut Stepstone (2026) im Durchschnitt bei rund 38.300 Euro brutto pro Jahr. Je nach Rolle und Standort fällt die Spanne jedoch sehr unterschiedlich aus.
| Rolle | Einstiegsgehalt | Mit Erfahrung |
|---|---|---|
| IT-Support / Helpdesk | ca. 36.000 € | bis ca. 47.000 € |
| UX/UI-Designer:in | ca. 38.000 € | bis ca. 55.000 € |
| Data Analyst:in | ca. 40.000 € | bis ca. 60.000 € |
| Webentwickler:in (Junior) | ca. 38.000 € | bis ca. 55.000 € |
| IT-Projektmanager:in | ca. 50.000 € | bis ca. 70.000 € |
| KI-Entwickler:in / AI Engineer | ca. 50.000 € | bis ca. 75.000 € |
Die höchsten Einstiegsgehälter erzielen Quereinsteiger:innen in den Bereichen KI-Entwicklung, IT-Projektmanagement und Data Science. In Städten wie München, Berlin, Frankfurt und Hamburg liegen die Gehälter spürbar über dem bundesweiten Durchschnitt. Mit zwei bis drei Jahren Berufserfahrung steigen die Gehälter in den meisten Rollen deutlich an.
Welche Voraussetzungen braucht man für den IT-Quereinstieg?
Die wichtigsten Voraussetzungen sind nachweisbare technische Kenntnisse, ein erstes Portfolio und die Bereitschaft, weiter zu lernen. Ein Informatikstudium gehört nicht dazu. Unternehmen stellen Quereinsteiger:innen ein, wenn sie sehen, dass jemand wirklich etwas gelernt hat, praktisch arbeiten kann und offen ist, sich weiterzuentwickeln.
Worauf Arbeitgeber bei Quereinsteiger:innen achten:
- Nachweisbare technische Kenntnisse, durch Kurse, Bootcamps, Zertifizierungen oder eigene Projekte
- Ein Portfolio oder erste eigene Projekte: bei Entwickler:innen ein GitHub-Profil, bei UX-Designer:innen Case Studies, bei Data Analysts eine echte Analyse
- Grundverständnis aktueller Tools, je nach Rolle VS Code, Python, Figma, SQL, Excel oder Tableau, KI-Assistenztools
- Soft Skills aus deinem bisherigen Beruf: Kommunikation, Problemlösung, Kundenkontakt, Projektarbeit, all das ist in der IT wertvoller, als viele denken
- Lernbereitschaft und Eigenmotivation: dass du noch Lücken hast, wissen alle. Entscheidend ist, wie du damit umgehst
Ein Studium kann Türen öffnen, ist aber kein Pflichtweg. Gerade Start-ups, Agenturen und die Digitalwirtschaft achten inzwischen mehr auf praktische Kompetenz als auf formale Abschlüsse.
Wie lange dauert ein IT-Quereinstieg realistisch?
Wie lange es dauert, hängt vom Ziel und vom gewählten Weg ab. Drei Szenarien sind typisch:
- Coding Bootcamp (3 bis 6 Monate): Vollzeitprogramme, die dich von den Grundlagen bis zu fortgeschrittenen Skills in Web Development, Data Analytics oder KI-Entwicklung bringen. Ideal, wenn du schnell einsteigen willst und bereit bist, intensiv zu lernen.
- Umschulung über die Bundesagentur für Arbeit (12 bis 24 Monate): eine vollständige Umschulung zum anerkannten IT-Beruf wie Fachinformatiker:in. Länger, dafür mit offiziellem Abschluss, und ebenfalls über den Bildungsgutschein förderbar.
- Selbststudium (variabel, 6 bis 18 Monate): Plattformen wie Udemy, freeCodeCamp oder Coursera erlauben flexibles Lernen. Ohne Struktur und Begleitung ist die Abbruchrate aber hoch, und das Portfolio wächst langsamer.
Für viele ist ein strukturiertes Bootcamp der effektivste Weg: Du lernst schnell, arbeitest an echten Projekten, baust ein Portfolio auf und wirst beim Berufseinstieg begleitet. Entscheidend sind die Qualität des Programms und die Betreuung danach.
Wie kann man den Quereinstieg in die IT finanzieren?
Den Quereinstieg kannst du über zwei zentrale Instrumente finanzieren: den Bildungsgutschein für Arbeitssuchende und das Qualifizierungschancengesetz für Beschäftigte.
Bildungsgutschein (Bundesagentur für Arbeit)
Der Bildungsgutschein ist ein staatliches Förderinstrument für Arbeitssuchende und Menschen, deren Stelle gefährdet ist. Er übernimmt bei AZAV-zertifizierten Anbietern bis zu 100 Prozent der Kursgebühren. Voraussetzung ist unter anderem, dass du dich vorher arbeitssuchend gemeldet und ein Beratungsgespräch beim Jobcenter oder der Agentur für Arbeit geführt hast.
Qualifizierungschancengesetz (für Beschäftigte)
Wenn du noch angestellt bist, kann unter Umständen das Qualifizierungschancengesetz greifen. Arbeitgeber können sich dabei nicht nur die Kurskosten, sondern in bestimmten Fällen auch anteilig die Lohnkosten während der Weiterbildung erstatten lassen. Laut Bitkom nutzen bereits 31 Prozent der Unternehmen diesen Weg.
WBS CODING SCHOOL ist AZAV-zertifiziert. Alle Kurse – von Data Analytics Kurs bis KI-Softwareentwicklung Kurs – sind vollständig über den Bildungsgutschein förderbar.

Lohnt sich der IT-Quereinstieg mit 40 oder älter?
Ja, und die Zahlen stützen das. Der Fachkräftemangel macht Unternehmen pragmatisch: Wer gebraucht wird, wird eingestellt, unabhängig vom Alter. Auch die Agentur für Arbeit und der Bildungsgutschein kennen keine Altersobergrenze.
Mit 35, 40 oder 50 bringst du oft etwas mit, das jüngere Bewerber:innen nicht haben: Berufserfahrung, Branchenwissen, Kommunikationsstärke und Belastbarkeit. Gerade im Projektmanagement, im IT-Support oder als Data Analyst:in ist genau das gefragt.
Wie so ein Wechsel aussehen kann, zeigt René. Mit 39 hatte er sich als Audio-Ingenieur längst einen Namen gemacht, bei Podcasts, Radio und Werbung. Der Wunsch zu programmieren war aber immer da. Also machte er den Software-Development-Kurs an der WBS CODING SCHOOL und startete rund drei Monate nach dem Abschluss ein bezahltes Praktikum bei der Online-Apotheke DocMorris. Sein Fazit bisher, in seinen Worten: läuft gut.
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Ein Quereinstieg in die IT ist 2026 keine Ausnahme mehr, sondern ein anerkannter Weg in den Arbeitsmarkt. Über 100.000 offene Stellen, immer mehr Unternehmen mit eigenen Quereinstiegsprogrammen und staatliche Förderung machen den Einstieg zugänglicher als je zuvor. Entscheidend ist, welche Rolle zu dir passt, wie du deine Kenntnisse strukturiert aufbaust und ob du die Förderung nutzt, die dir zusteht. Die WBS CODING SCHOOL ist eine AZAV-zertifizierte, innovative Marke der WBS GRUPPE mit 40 Jahren Weiterbildungserfahrung und mehr als 2.000 Absolventen. Ihre Kurse sind zu 100 % remote, praxisnah, über den Bildungsgutschein förderbar und beinhalten bis zu 12 Monate Karrierebegleitung.








